Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Was steckt dahinter und was kannst du tun?

Die Schwangerschaft ist eine große Umstellung für jede Frau. Denn im Körper passieren tiefgreifende Veränderungen, die ein neues Leben möglich machen. Aus diesem Grund kommt es bei vielen Frauen auch zu Beschwerden bzw. Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft. Eine davon ist Kopfschmerz. Warum allerdings genau Kopfschmerzen auftreten hat nicht eine Ursache, sondern kann viele Gründe haben.


Ursachen für Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Die Hormonumstellung: Damit der weibliche Körper in der Lage ist, neues Leben zu erschaffen sind passieren enorme Veränderungen. Dafür stellen Hormone den weiblichen Körper auf den Kopf. Viele dieser Hormone, wie Östrogen oder Progesteron haben Einfluss auf die Gefäße. Deren Verengung und Erweiterung kann dazu führen, dass Kopfschmerzen auftreten.

Stress: Eine Schwangerschaft ist eine besondere Zeit für jede Frau bzw. jedes Paar. Doch nicht selten ist diese Zeit auch von Stress geprägt. Die werdenden Eltern machen sich Sorgen, ob es dem Kind gut geht, es steht eventuell ein Umzug oder gar der Bau eines Hauses an. Aber auch Sorgen um die finanzielle Zukunft oder die Frage, ob man es schafft gute Eltern zu sein, treibt werdende Eltern um und kann vor allem bei der werdenden Mutter zu Stress führen. Und dieser Stress kann im wahrsten Sinne des Wortes Kopfschmerzen bereiten.

Flüssigkeitsmangel: Eine Schwangere hat einen hohen Flüssigkeitsbedarf. Denn schließlich muss sie zwei Menschen versorgen. Allein aus diesem Grund sollten Schwangere ausreichend trinken. Wer unter Schwangerschaftsübelkeit leidet und sich häufiger erbricht, muss zusätzlich Flüssigkeit zu sich nehmen, denn sonst sind Kopfschmerzen durch die Dehydration vorprogrammiert.

Überanstrengung: Schwangere müssen manchmal einen Gang zurückschalten. Gerade, wenn der Bauch größer wird, ist die körperliche Leistungsfähigkeit nicht mehr gegeben. Wer hier nicht auf sich achtet und sich überanstrengt, riskiert, dass sich der Körper bemerkbar macht und mit Kopfschmerzen reagiert.

Verspannungen: Gerade zum Ende der Schwangerschaft klagen viele werdende Mütter über Verspannungen. Denn das Gewicht, das sie tragen müssen, wächst, der Schlaf ist nicht mehr so erholsam und Rücken und Nacken beginnen zu schmerzen. Kopfschmerzen sind hier oft die Folge.

Bewegungsmangel: Manche Schwangere sind fit und agil bis zum Schluss, andere möchten sich kaum noch rühren. Fakt ist, dass Schwangere oft einen Mangel an Bewegung haben. Das mag an der Übelkeit, dem zunehmenden Gewicht oder der oft bleiernen Müdigkeit liegen. Wer sich zu wenig an der frischen Luft bewegt, bekommt gerne Kopfschmerzen.

Koffeinverzicht: Schwangere sollten auf Koffein verzichten bzw. ihren Konsum einschränken. Wer vor der Schwangerschaft ein Koffeinjunkie war, kann während der Schwangerschaft regelrechte Entzugssymptome in Form von Kopfschmerzen bekommen.

Spezifische Schwangerschaftserkrankungen: Erkrankungen, wie Schwangerschaftsbluthochdruck, Präeklampsie oder die Sinusvenenthrombose können zu Kopfschmerzen führen.


Migräne in der Schwangerschaft

Migräne in der Schwangerschaft ist ein besonderes Thema, gerade wenn die Frau vor der Schwangerschaft Medikamente gegen ihre Attacken nehmen musste. Denn die meisten Migräne-Medikamente sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen, da sie sich negativ auf das Baby auswirken können. Die gute Nachricht ist allerdings, dass sich die Hormonumstellung in der Schwangerschaft positiv auf die Häufigkeit und der Stärke der Migräne-Attacken auswirken kann. Der Grund liegt in den steigenden Östrogenspiegeln. Denn Östrogen wirkt entspannend auf die Gefäße. Da der Östrogenspiegel nach der Geburt allerdings wieder abfällt, tritt die Migräne nach der Schwangerschaft meist wieder auf.


Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Was können Betroffene tun?

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft müssen zum Teil anders behandelt werden als Kopfschmerzen von Nicht-Schwangeren. Denn Schmerzmittel können die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen. Aus diesem Grund ist eine nicht-medikamentöse Kopfschmerzbehandlung immer das Mittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft.


Medikamente gegen Kopfschmerzen und Migräne in der Schwangerschaft

Wenn Medikamente nötig sind, ist Rücksprache mit dem Arzt nötig. Welche Schmerzmittel geeignet sind, wird der Arzt individuell entscheiden. Das hängt unter anderem vom Fortschritt der Schwangerschaft ab. In der Regel sind „normale“ Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder ASS möglich, Triptane aufgrund ihrer gefäßverengenden Wirkung allerdings nicht. Auch bei manchen naturheilkundlichen Mitteln besteht in der Schwangerschaft Abklärungsbedarf. Auch in der Stillzeit ist weiterhin Vorsicht geboten. Denn es ist bekannt, dass alle Migräne-Medikamente in die Muttermilch übergehen.


Behandlungsmöglichkeiten von Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Kopfschmerzen sollten in der Schwangerschaft – wenn möglich – ohne Medikamente behandelt werden. Wir stellen einige Methoden vor.

  • Entspannung: Hier haben sich Yoga, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder Biofeedback bewährt

  • Akupunktur und Akupressur

  • Kompressen auflegen: Ob kalte oder warme Kompressen besser wirken ist individuell verschieden

  • Ein Vollbad mit einem beruhigenden Badezusatz

  • Massagen am Nacken oder dem oberen Rücken

  • Ätherische Öle (zum Beispiel Pfefferminzöl oder Lavendelöl) auf Stirn und Schläfen einmassieren

  • Warme Fußbäder

  • Beruhigende Tees, zum Beispiel Melisse


Acht Tipps, um Kopfschmerzen in der Schwangerschaft vorzubeugen

Für Mutter und Kind ist es sicherlich am besten, wenn Kopfschmerzen in der Schwangerschaft erst gar nicht entstehen. Damit dies gelingt, können die folgenden Tipps hilfreich sein.

  1. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen

  2. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und der Verzicht auf koffeinhaltige Getränke

  3. Viel Bewegung, wie leichter Sport, Schwangerschaftsgymnastik, lange Spaziergänge oder Yoga

  4. Spaziergänge an der frischen Luft, um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten

  5. Regelmäßiger, ausreichender und guter Schlaf

  6. Stress vermeiden, wo immer es geht

  7. Das Erlernen und Praktizieren von Entspannungsmethoden

  8. Regelmäßige Massagen mit wohlriechenden ätherischen Ölen, um Verspannungen vorzubeugen bzw. zu lindern

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