Kopfschmerzen: Jeder kennt sie, doch was steckt dahinter?

Es gibt wohl keinen Menschen, der in seinem Leben noch nie an Kopfschmerzen gelitten hat. Doch Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen. Fachleute unterscheiden über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Diese reichen von dumpf über stechend, von klopfend bis ziehend und von anfallsartig bis chronisch. Hinter den Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen stecken und dementsprechend unterschiedlich sieht auch die Behandlung aus. Pharmakonzerne werden zwar immer damit, dass Kopfschmerztabletten das Mittel zur Wahl der Behandlung sind, aber das ist viel zu kurz gedacht und blendet viele weitere Faktoren und vor allem die Nebenwirkungen aus.

Wer ist von Kopfschmerzen betroffen?

Kopfschmerz kann jeden treffen. Tendenziell sind Frauen etwas häufiger betroffen als Männer. Doch bei den einzelnen Kopfschmerzarten gibt es noch weitere geschlechterspezifische Unterschiede. Während Cluster-Kopfschmerzen eher „männlich“ sind, werden Frauen häufiger von Migräne heimgesucht. Auch Kinder und Jugendliche sind häufig schon von Kopfschmerzen betroffen. Hier liegt der Hauptgrund im Stress, der in unserer hektischen Zeit leider schon die Jüngsten trifft.

Der primäre und sekundäre Kopfschmerz

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Bei den primären Kopfschmerzen ist der Kopfschmerz selbst die Krankheit. Oft ist keine direkte Ursache erkennbar. Es können aber durchaus die konkreten Auslöser benannt werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Akuter oder chronischer Stress

  • Stickige Luft und Sauerstoffmangel

  • Flüssigkeitsmangel

  • Lange Bildschirmarbeit

  • Schnelle Wetterwechsel

  • Schlafmangel und unregelmäßigen Schlaf

  • Rauchen

  • Alkohol

  • Hormonschwankungen während des weiblichen Zyklus

Beim sekundären Kopfschmerz ist der Kopfschmerz eine Begleiterkrankung oder ein Symptom einer anderen Krankheit. Sekundäre Kopfschmerzen treten zum Beispiel bei folgenden Krankheiten auf

  • Verletzungen im Bereich von Kopf und Halswirbel (zum Beispiel bei einem Unfall)

  • Grippe, Virusinfektionen, Erkältungen

  • Entzündungen: wie Hirnhautentzündung, Gehirnentzündung Nasennebenhöhlenentzündung oder Entzündungen an den Zähnen und im Kiefer

  • Verminderte Sauerstoffaufnahme des Bluts bei schwerem Asthma, chronischer Bronchitis oder COPD

  • Bluthochdruck

  • Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule

  • Verspannung der Nackenmuskulatur

  • Unterzuckerung bei Diabetes

  • Trigeminusneuralgie, Costen-Syndrom

  • Hitzschlag oder Sonnenstich

  • Akuter Grüner Star (Glaukom-Anfall)

  • Aneurysma (krankhafte Vergrößerung der Wand einer Hirnarterie)

  • Schlaganfall

  • Pseudoallergie durch bestimmter Nahrungsmittel, wie Glutamat

  • bestimmte Medikamente wie Nitrate oder Östrogene

  • Drogen- oder Medikamentenentzug

Übrigens sind Hirntumoren sehr selten für Kopfschmerzen verantwortlich. Auch wenn sich die Kopfschmerzen äußerst stark anfühlen, stecken meist andere Ursachen dahinter.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Der Spannungskopfschmerz: Das ist die häufigste Kopfschmerzart. Diese Form äußert sich durch leichte bis mittlere Kopfschmerzen, die nur gelegentlich auftreten. Meist treten die Schmerzen nur regional auf, zum Beispiel an Stirn, Schläfen oder am Scheitel. Spannungskopfschmerzen beginnen meist langsam und steigern sich dann in ihrer Intensität. Betroffene beschreiben Spannungskopfschmerzen wie einen Helm, der zu eng sitzt.


Medikamenteninduzierter Kopfschmerz: Diese Art wird durch die übermäßige Einnahme von (Schmerz-)Medikamenten hervorgerufen. Hier entwickelt sich ein Teufelskreis aus Schmerzen und Medikamenteneinnahme, der oft nur durch den Entzug in einer Klinik durchbrochen werden kann.


Cluster-Kopfschmerz: Cluster-Kopfschmerzen sind heftige bis unerträgliche anfallsartige Schmerzen, bei denen auch die Augen und die Nase betroffen sind. Oft treten mehrere Attacken hintereinander auf. Cluster-Kopfschmerzen sind deutlich seltener als Spannungskopfschmerzen und Migräne und bedürfen einer speziellen Therapie mit Medikamenten oder Sauerstoff.

Ursachenforschung : Was kann Kopfschmerzen auslösen?

Wie Kopfschmerzen genau entstehen, ist trotz intensiver Forschung noch nicht in jedem Fall eindeutig geklärt. Man vermutet, dass Prozesse der Schmerzentstehung, -weiterleitung und -hemmung gestört sind. Wenn jemand immer wieder unter Kopfschmerzen leidet, sollte eine gründliche Diagnose und Abklärung beim Neurologen stattfinden.


Zur Kopfschmerzdiagnose gehören unter anderem

  • Gründliche Anamnese

  • Beschreibung des Schmerzes

  • Frage nach möglichen Auslösern (Unfall, Stress, Bewegungsmangel etc.)

  • Körperliche Untersuchung

  • Blutuntersuchung

  • Ultraschall der Halsarterie

  • Röntgen im Bereich des Schädels und der oberen Wirbelsäule

  • Bildgebende Verfahren, wie CT oder MRT

  • Seltener: Lumbalpunktion, Elektroenzephalografie (EEG), Angiografie

  • Differenzialdiagnostik der Zähne, Augen oder im HNO-Bereich

Kopfschmerzen: Behandlung & Tipps

      1.Medikamente gegen Kopfschmerzen

Folgende Medikamente werden vor allem zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen eingesetzt:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)

  • Ibuprofen

  • Naproxen

  • Paracetamol

  • Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein

Medikamente sollten nicht dauerhaft eingenommen werden, um eine Abhängigkeit zu verhindern oder das Risiko eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes zu reduzieren. Dieser lässt sich nämlich nur durch einen Entzug in einer Schmerzklinik stoppen.

      2. Nicht-medikamentöse Behandlung


Es gibt glücklicherweise viele nicht-medikamentöse Methoden, um Kopfschmerzen zu lindern.

Dazu gehören Entspannungstechniken, wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Mediation, Yoga, Tai-Chi oder Qi-Gong

Auch Akupunktur kann gegen Kopfschmerzen helfen. Wenn Beschwerden im Bereich des Nackens oder der Wirbelsäule zu den Ursachen gehören können Manuelle Therapie und Chirotherapie helfen.

Grundsätzlich wirkt sich Sport positiv auf Kopfschmerzen aus. Denn Sport reduziert Anspannung im Körper. Besonders Ausdauersport hilft hier.

Manche Menschen schwören auf Homöopathie bei Kopfschmerzen. Wissenschaftliche Belege fehlen hier aber.

Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) hilft wohl auch, ist aber bisher in keiner klinischen Studie bestätigt worden.

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen die Auslöser zu erkennen. Gerade, wenn es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder hormonelle Schwankungen bei Frauen handelt.

Gerade bei chronischen Kopfschmerzen oder bei Stress kann Psychotherapie hilfreich sein, um Kopfschmerzen in den Griff zu bekommen bzw. die Anzahl und Intensität der Attacken zu reduzieren.

Tipps, um Kopfschmerzen zu verhindern:

  • Viel Bewegung an der frischen Luft: Spaziergänge, Ausdauersport

  • Ausgewogene und gesunde Ernährung

  • Ausreichend trinken (Wasser & Tee)

  • Ausreichend Schlaf mit regelmäßigen Schlafenszeiten

  • Auf den Koffein-Konsum achten

  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin

  • Regelmäßige Pausen bei der Arbeit

  • Stress vermeiden bzw. abbauen

  • Erlernen von Entspannungstechniken wir Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung

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